Eisberg der Referenz

Zitieren ist nur die Spitze des Eisbergs der Referenz. Das motivierte meinen Vortrag auf der Jahrestagung der Text Encoding Initiative (TEI) vom 11. bis zum 16. Oktober in Würzburg. Er trägt den Titel „Reference and Annotation. From Citation to ,Watson‘“ und knüpft an an meine früheren Vorschläge, das am Seitenfall orientierte wissenschaftliche Zitieren nach Seite und Zeile durch den Bezug auf sinntragende Einheiten wie Wort oder Satz zu ersetzen. Damit eröffnen sich aber auch neue Möglichkeiten für Kommentierung und Auszeichnung von Texten, insbesondere durch Weisen des externen Bezugs (Stand-off Markup). Diesem Konzept folgt auch die

Unordered Information Management Architecture. Sie wurde von IBM in einer spektakulären Anwendung eingesetzt, wo in einem populären USA-Quiz über Allgemeinwissen im Februar diesen Jahrs ein Computer (Watson) zwei menschliche Champions schlug. Wer es genauer wissen will, kann sich die Folien ansehen oder das Abstract lesen.

Erlanger Konstruktivismus

In den späten sechziger und den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts war neben der Frankfurter Schule die der Erlanger Konstruktivisten, mit ihren Gründern Kamlah und Lorenzen, eine der beachtetsten und einflussreichsten Richtungen der deutschsprachigen Philosophie. Die Logische Propädeutik gehörte an vielen Universitäten zum Curriculum, Lorenzen unterrichtete parallel neben Erlangen in Boston und Austin(Texas), es kam beim Philosophenkongress 1969 in Düsseldorf zur „Großen Koalition“ der deutschen Philosophie mit Habermas; sogar die hohe Politik, (sowohl Helmut Schmidt wie Oskar Lafontaine [sic]) nahmen sie in Anspruch. Ich hatte das Glück, damals in Erlangen zu studieren.

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Templates für Annotationen

Auf dem TEI-Kongress war ich fleißig und habe noch ein zweites Referat „Template Based Analysis“ gehalten – in einem Workshop von Dietmar Seipel zum Thema „Analysing Electronic Dictionaries with TEI“.

Templates sind Textschablonen, vergleichbar Formularen. In ein festes Textgerüst sind Leerstellen eingebaut, die manuell oder z.B. aus Datenbanken automatisch ausgefüllt werden. Sie sind wichtig, weil sie Arbeitsteilung und -strukturierung ermöglichen. Sie sind interessant, weil sie ineinander verschachtelt werden und so komplexe Strukturen erzeugen können, wie schön an Kochrezepten (Bild) zu sehen ist. Weiterlesen „Templates für Annotationen“