iPad und SproutCore

Dieses Mal ist der Blog wieder eher etwas für Insider, besonders im zweiten Teil. Es geht um das iPad und was man mit ihm und für es machen kann. Über das iPad ist ja eigentlich schon genug geschrieben worden, in Computerzeitschriften und in der allgemeinen Presse. Aus meiner Sicht ist die Aufregung berechtigt. Ansätze zu Tablet-Computern gibt es mindestens schon seit zwanzig Jahren, und ich habe sie vom Anfang an mit Spannung verfolgt, weil ich glaube, dass mit ihnen eine neue Stufe des Umgangs mit Computern erreichbar ist. Insbesondere stellen sie eine Möglichkeit der Leseerfahrung bereit, die das erste Mal ein Gleichziehen mit dem gedruckten Buch möglich macht. Der Nachteil war bisher allerdings, dass sie sich bisher nie wirklich durchsetzen konnten. Mit Apples Versuch scheint sich das zu ändern. Seine vielen Vorteile will ich nicht rühmen. Äußerliche Nachteile sind zum Beispiel die Anfälligkeit für Fingerabdrücke und die Ungeeignetheit für den Gebrauch im hellen Sonnenlicht. „Innere“ sind die doch starken Einschränkungen beim freien Zugriff auf Dateien. Es gibt keine allgemein zugängliche Datei- und Verzeichnisstruktur. Die Dateien werden jeweils von der zuständigen Anwendung („App“) verwaltet. Gerechtigkeitshalber muss man sagen, dass damit, auch im Vergleich zur klassischen Macintosh-Benutzeroberfläche, eine neue Stufe der Benutzerfreundlichkeit erreicht wurde. Stellt doch die Verzeichnisstruktur für nicht so mit dem Computer Vertraute eine wesentliche Zugangshürde dar. Für den versierteren Benutzer und insbesondere den, der selber Inhalte erstellen will, ist es gleichwohl eine (herbe) Einschränkung. So ist es z.B. auch nicht ohne weiteres möglich, mit dem Browser auf lokale Dateien zuzugreifen. Es gibt Möglichkeiten, diese Hindernisse zu umgehen, z.B. mit der App „GoodReader“, die eine Verzeichnisstruktur zur Verfügung stellt und den Austausch mit Programmen und anderen Rechnern ermöglicht. Auch ist zu hoffen, dass sich mit künftigen Versionen von iOS in dieser Hinsicht einiges bessert. Grundsätzlich ist es aber eindeutig so, dass das iPad als Instrument zum Umgang mit Inhalten positioniert ist, nicht als Werkzeug zu deren Erstellung.

Als Plattform zur Nutzung von Dokumenten, digitalen Büchern, Bildern, Musik und Multimedia übertrifft das iPad IMHO („in my humble opinion“ oder auch „m.E.“) aber alles bisher Dagewesene und deshalb ist es natürlich sehr reizvoll, dafür Inhalte zu entwickeln. Grundsätzlich gibt es dafür zwei Möglichkeiten: die „native“ mit Apples eigenen Entwicklungswerkzeugen auf der Basis von Objective-C (als Programmiersprache) und Cocoa (als Framework). Hiermit kann mit begrenztem Aufwand parallel für Macintosh-Computer (OS-X) und iPod, IPhone und iPad (iOS) entwickelt werden. Die andere ist die webbasierte, die im einfachsten Fall auf (X)HTML beruht. Ein Spezialfall davon ist ePub, das iPad-Format für digitale Bücher, ein noch speziellerer meine digitale Spielversion der Briefe an Jean Paul, die auch auf dem iPad läuft. Aber es geht auch anspruchsvoller, und da scheint mir das Framework SproutCore das zukunftsweisende zu sein. Es verspricht nahezu desktopartige Anwendungen auf der Basis von HTML5, CSS und JavaScript schreiben zu können, orientiert  sich an den Konventionen des nativen AppleFrameworks Cocoa, erzeugt mit anderen Worten quasi eine Macintosh-Oberfläche zu erzeugen und unterstützt darüber hinaus die berührungsempfindliche Oberfläche von iPhone und iPad. Das Ganze läuft im Browser und insofern auch prinzipiell auf jedem Computer. SproutCore wurde zum Beispiel von Apple als Basis für mobileMe benutzt (obiges Bild). Wenn das keine Aussichten für Entwickler sind …

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