Gitter und Netze

(Wenn man sich nie mit XML/HTML beschäftigt hat, wird man aus diesem Blogeintrag wohl keinen Honig saugen können.)

Zwei Termine führten mich heute nach Würzburg. Zum einen wurde ich über meine Erfahrungen mit Textgrid befragt, einem derzeit noch in Entwicklung befindlichen Softwarepaket für wissenschaftliche und kritische Editionen, an dem maßgeblich auch in Würzburg gearbeitet wird. Die Besonderheit an dem Projekt ist, dass es auf einem Grid, einer großflächigen Vernetzung der Ressourcen und Arbeitszusammenhänge, aufbaut.

Sozusagen passend dazu fand am Nachmittag eine Begegnung zwischen Informatik und Computerphilologie (bzw. Digital Humanities) statt. Da es u.a. um das Semantic Web gehen sollte, eine von Tim Berners-Lee, dem Erfinder des Web, vorgeschlagene Weiterentwicklung, hatte ich noch einmal über die Einsatzmöglichkeiten von RDF (Resource Description Format) nachgedacht. RDF ist sozusagen die Basis des Semantic Web und speichert  Informationen über (vornehmlich Web-)Objekte als Prädikat-Subjekt-Objekt-Tripel, also in der Form von Aussagen. Leider werden diese Formen schnell sehr verbose (frei übersetzt: unlesbar). RDF-A verspricht hier Erleichterung, indem es die Informationen zu einem strukturierten Text als Attribute der jeweiligen Tags unterbringt. Diese Art der Ausnutzung von XML-Attributen hatte mich schon im Zusammenhang mit Templates (Schablonen in Textauszeichnungssprachen) interessiert. Auch bei der Template Attribute Language (TAL) bestand der Trick darin, Informationen, die sonst als eigene Tags (Auszeichungen) auftauchen, in den Attributen unterzubringen. Die nächste Begegnung fand im Umkreis des Zitierens in digitalen Dokumenten statt. Zusammen mit dem allgemeinen Problem einer überbordenden Komplexität von Textauszeichnungen ließ mich dies mit der Idee des Auslagerns von Informationen, z.B. in Form von Stand-off-Markup sympathisieren. Alternativ könnte man sie (Anregung von Dietmar) auch in den Attributen des jeweiligen Tags unterbringen. Da RDF ohnehin als Grundlage für Stand-off-Markup in Frage kommt, lässt sich RDF-A quasi als Systematisierung eben dieses Einfalls auffassen. Auch zu den Templates lässt sich eine Brücke schlagen: ist es doch oftmals so, dass die Metainformationen sich mittels eines solchen den Textinhalten zuordnen ließen.

In der Besprechung konzentrierte sich dann die Fragestellung auf die Unterstützung des Mappings zwischen verschiedenen Textauszeichnungssprachen, konkret auf die Abbildung in das sogenannte baseline encoding innerhalb des Textgrid-Projekts. Wir verteilten einige Aufgaben für eine Vorstudie, die gegebenenfalls zu einem entsprechenden Projekt führen könnte.

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Sozusagen passend dazu fand am Nachmittag eine Begegnung zwischen Informatik und Computerphilologie (bzw. Digital Humanities) statt. Da es u.a. um das Semantic Web gehen sollte, eine von Tim Berners-Lee, dem Erfinder des Web, vorgeschlagene Weiterentwicklung, hatte ich noch einmal über die Einsatzmöglichkeiten von RDF (Resource Description Format) nachgedacht. (mehr …)

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